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Philipp Wilhelm Opel wird im Jahr 1803 geboren und lässt sich als Schlossergeselle 1835 in Rüsselsheim nieder. Zusammen mit seiner ersten Frau Katharina hat er vier Kinder, von denen die drei Brüder Adam (1837), Georg (1838) und Wilhelm (1846) am Leben bleiben. Adam Opel absolviert 1858 einen Teil seiner Mechanikerausbildung in Lüttich. Er reist ein Jahr später weiter nach Paris und arbeitet dort als Bäcker-Hilfskraft. Schließlich landet er beim Nähmaschinenhersteller Journaux & Leblond und lässt seinen Bruder Georg nachkommen. 1862 wechselt Adam Opel zur Konkurrenz. Schon bald kehrt er nach Rüsselsheim zurück und baut dort neben seiner täglichen Arbeit in der väterlichen Werkstatt seine erste Nähmaschine. |

In den Krisenjahren 1929/30 wird die Firma an General Motors verkauft, bleibt aber in vielen Entscheidungen eigenständig. 1931 entsteht der Opel Blitz (Lkw). Die Nachfrage steigt und 1935 wird ein neues Werk in Brandenburg gebaut. Im gleichen Jahr kommt der berühmte Opel Olympia im Anklang an die 1936 stattfindenden Olpympischen Spiele in Berlin heraus. Er ersetzt mit seiner selbsttragenden Ganzstahlkarosserie die Vorgänger mit U-Profil-Rahmen und Holzaufbau. Interessant ist auch die Alternative, der Opel P4, der zwar mit der alten Technik, aber zu einem sensationell günstigen Preis angeboten wird. 1936 folgt zum ersten Mal ein Opel mit dem Namen 'Kadett'. Opel konzentriert sich nach dem Verkauf der Fahrradproduktion an NSU auf den Fahrzeugbereich, überflügelt die bis dahin führenden französischen Hersteller und wird zum bedeutensten Produzenten Europas. General Motors öffnet den Weg zum Weltmarkt. 1937 gelingt mit dem Admiral der Anschluss an die Oberklasse.
Im Zweiten Weltkrieg werden den einzelnen Werken wieder die zu fertigenden Produkte vorgeschrieben. Dabei ist der Opel Blitz vor dem Krieg so erfolgreich gewesen, dass er jetzt von Daimler Benz gefertigt werden muss. Das Zweite Kriegsende bedeutet für die Opel-Werke besonders in Brandenburg einen wesentlich stärkeren Einschnitt als das Erste. Demontage und große Zerstörungen setzen der Firma hart zu. Nach Retuschen an den weiter gebauten Vorkriegsmodellen kommt 1953 die erste Neukonstruktion natürlich mit Pontonkarosserie heraus, der Opel Rekord Olympia. Dieser macht zusätzlich durch seinen günstigen Preis auf sich aufmerksam. Die Produktionszahlen ziehen deutlich an. Nach dem Zechensterben im Ruhrgebiet entsteht in Bochum ein neues Werk. Dort wird dann auch ab 1962 mit der Produktion eines äußerlich neuartigen Kleinwagens begonnen, der aus der Vorkriegszeit den Namen 'Kadett' erhält. Viel später wird er in der dritten Baureihe als C-Kadett-Coupe mit entsprechender Technik und Bemalung zur Legende werden.
Opel folgt im Design deutlich amerikanischen Spuren, was aber auch für Autofirmen gilt, die nicht zu einem amerikanischen Konzern gehören, z.B. Mercedes. Dies gilt auch für die Oberklasse. Schon seit 1916 gab es Sechs- und seit 1928 im Opel Regent sogar für ganz kurze Zeit einen Reihen-Achtzylinder. 'Admiral' und kurz vor Kriegsbeginn auch 'Kapitän' hießen die großen Opel auch schon damals und so entstehen sie nach dem Krieg wieder. 1964 kommen drei mit deutlich mehr Raum und gradlinigem Design versehene Modelle heraus. Wieder wird der überarbeitete Sechszylinder und im 'Diplomat' sogar ein V8 von Chevrolet angeboten. Zunächst noch mit einfacher Radaufhängung, folgt vier Jahre später sogar die De-Dion-Achse. Der Reihen-Sechszylinder ist dann ebenfalls neu und mit obenliegender Nockenwelle und elektronischer Benzineinspritzung ausgestattet. Von der KAD-Reihe entstehen Ableger: ein Diplomat-Coupe, eine Langversion, ein Coupe der Opel nahestehenden Fa. Bitter und ein Coupe-Prototyp, der auf der Automobilausstellung 1969 gegen den C 111 von Mercedes antritt.
Es ist Opel immer wieder gelungen, eher konventionelle Technik in ein schickes Design zu packen. Der beste Beweis dafür ist wohl der Opel GT, der 1968 unter seinem Blech mit simpler Kadett/Rekord-Technik daherkommt. Am Ende des Jahrzehnts schafft es Opel, nicht nur in Deutschland wieder einmal zu den höchsten Produktionsraten zu kommen. 1970 verlässt der zehnmillionste Opel das Werk. Zahlreiche Wettbewerbserfolge und Weltrekorde z.B. mit Diesel-GTs verstärken den Trend.
Den Frontantrieb führt Opel etwas spät ein, während die Firma beim Kat mit Lambdaregelung weit vorne dabei ist. Inzwischen sind auch zusätzliche Werke in Eisenach und Polen entstanden. Man schließt Nischen, z.B. bei den Geländewagen und kümmert sich verstärkt um den Nutzfahrzeugsektor. Dabei wird wohl nicht genügend auf die Qualität der ausgelieferten Produkte geachtet. Opel-Fahrzeuge machen wegen Rost und Rückrufaktionen von sich reden. Die Verkaufszahlen brechen ein. Werbekampagnen mit dem Slogan 'Wir haben verstanden.' werden geschaltet. Da es gleichzeitig auch der Konzernmutter schlecht geht, wird es schwer sein, Werksschließungen zu vermeiden.
Die Phantasie beim Entwickeln neuer Modelle ist durch die Krise wohl eher gestärkt worden. Mit dem 'Zafira' kommt eine neue Gattung von Siebensitzern mit durchdachtem Sitzkonzept und entsprechender Resonanz auf den Markt. Er hat inzwischen schon Nachfolger im Segment darunter erhalten. Modelle japanischer Hersteller werden erfolgreich übernommen und auch auf dem Nutzfahrzeugsektor gibt es eine Zusammenarbeit mit Renault, die schon Früchte trägt. Es gelingt Opel eher als den Konkurrenten, den geringen Kraftstoffkonsum von Fahrzeugen mit relativ günstigen Einstandspreisen zu verbinden. Kraftstoffersparnis muss bezahlbar bleiben. Mit dem Vectra gelingt wieder ein zaghafter Schritt in die gehobene Komfortklasse ...01/12
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