Der Name 'Balilla' wird dem Wagen von der Bevölkerung gegeben. Er muss im Zusammenhang mit den nationalen und auch faschistischen Bewegungen in Italien zu jener Zeit gesehen werden. Er wurde 1746 einem jungen Genueser gegeben, der als Anführer erfolgreich gegen die österreichische Besatzung kämpfte. 1930 ist auch die Zeit nach dem Börsencrash, schwierig für Automobilproduzenten. In großem Maße verkäuflich sind meist nur kleine Autos, finanziert wird (bei Fiat) durch Ratenkauf. Die Herausforderung besteht für die Ingenieure in einer möglichst kostengünstigen Produktion. Häufig gelingt in solchen wirtschaftlichen Notzeiten aber auch ein neuer Entwurf, der in diesem Fall über den Fiat 1100 bis zum Fiat 124 und weiter reicht. Beim Fiat Balilla handelt es sich um eine grundsolide Konstruktion mit wenig Besonderheiten. Dies ist schon an der Lage des Motors und am konventionellen Fahrwerk erkennbar. Allein die Karosserie leistet sich ein Extra, dass erst heute wieder bei Rolls Royce und Mazda RX 8 wieder aufgegriffen wird, denn sie hat beim Viertürer (Bild 2) keine B-Säule. Dies ist vermutlich durch den kurzen Radstand und den geringen Platz für den Zugang zu den hinteren Sitzen bedingt. Im Bild 2 oben ist ein Balilla der zweiten Serie ab 1934 zu sehen, der zusätzlich hinten über einen von innen zugänglichen Kofferraum verfügt.