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Geschichte Fiat 124

Höhere Tourenzahl im Alltagsgewand - größeres Bild durch Anklicken!
Lupe

Englische Version

Fiat
MotorReihen-Vierzylinder
Hubraum1197 cm³
Bohrung * Hub73 * 71,5 mm
Hauptlager5
Verdichtung8,8 : 1
Drehmoment87 Nm bei 3400/min
Leistung44 kW (60 PS)
Nenndrehzahl5600/min
BauartFrontmotor mit Heckantrieb
GetriebeViergang, Automatik
Radaufhängung vornDoppelquerlenker
Radaufhängung hintenStarrachse
BremsenSchwimmsattel, Bremskraftbegrenzer
Radstand2420 mm
Länge4030 mm
Breite1625 mm
Höhe1420 mm
Kofferraumca. 410 Liter
Reifen155 SR 13
Tankinhalt40 Liter
Leergewicht855 kg + Fahrer(in)
Max. Geschwindigkeitca. 145 km/h
Elektrik12V-Drehstromgenerator
Baujahr1966 - 1975
VarianteKombi
AuszeichnungEuropäisches Auto des Jahres 1966

Kaum ein anderes Fahrzeug zeigt die Fähigkeiten (und Schwächen) von Fiat besser als der 124. Er verkauft sich in Deutschland aus dem Stand heraus fast so gut wie ein einheimisches Fahrzeug. Dabei ist an ihm eigentlich nichts herausragend Neues. Er ist konventionell mit längs liegendem 1200 cm³-Motor, Viergang-Getriebe und einem Antrieb auf die hintere Starrachse. Er stammt vom weiter gebauten Fiat 1100 ab, ist in der Form allerdings gefälliger mit höherem Anteil an Glasflächen. Er ersetzt zusammen mit dem späteren 124 S den 1300er und 1500er. Die Raumgestaltung ist mit abgetrenntem hinteren Kofferraum konventionell geblieben. Der Windkanal hat hier das Design noch nicht wirklich beeinflusst. Der Luftwiderstand dürfte bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrt fast gleich sein. Es ist die Kunst des italienischen Designs, diesem Alltagsauto zu internationalen Auszeichnungen zu verhelfen.
Um ihn beurteilen zu können, muss man ihn gefahren haben. Da ist zunächst die niedrige Gürtellinie mit der relativ hohen Sitzposition. Das schafft z.B. im Stadtverkehr einen sehr guten Überblick. Leider ist die Verstellung der Sitze für große Leute nicht ausreichend. Am liebsten würde man die Pedale weiter nach vorne verlegen. Hinzu kommt der zwar nicht leise, aber trotz seiner nur 1200 cm³ elastische und temperamentvolle Motor. Dies wird durch die relativ kurze Übersetzung erkauft, die sich aber nicht besonders nachteilig auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Zugegeben, das Fahrverhalten kann die hintere Starrachse nicht ganz kaschieren, aber auch durch eine relativ straffe Dämpfung ist der Fiat 124 der Konkurrenz nicht wirklich unterlegen, obwohl diese z.T. schon über Frontantrieb verfügt. Trotzdem bleibt noch genügend Fahrkomfort übrig. Die Lenkung ist zwar direkt, aber etwas schwergängig, der Mittelschalthebel etwas knochig. Als besonderer Schwachpunkt sei die Handbremse erwähnt, die angeblich auf die hinteren Scheibenbremsen wirkt.
Das zeichnet die Fiats dieser Zeit aus. Sie sind technisch zwar nicht besonders innovativ, aber das Vorhandene ist gekonnt ausgeführt und verhilft zu Fahrspaß. Besonders wichtig ist dabei, dass sie zu einem relativ günstigen Preis angeboten werden. Dies deutet auf rationelle Fertigung hin. Der Fiat 124 wird außer in Italien auch in zahlreichen anderen Ländern gefertigt. Nach Auslauf des Modells werden die Produktionsanlagen in die UdSSR verkauft, wo noch Jahrzehnte Ladas entstehen. Sie haben zwar nicht den gleichen Motor, aber ähnliche Fahrwerkseigenschaften. Offensichtlich haben sie aber auch die lässige Rostvorsorge geerbt.




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