Für die Werkstatt bedeutet der Druckverlusttest einen etwas höheren Aufwand als alle anderen Kompressionstests. Sie muss einen Kompressor, ein Druckverlustmessgerät und mehr Zeit einkalkulieren. Aber er erspart den wesentlich aufwendigeren Abbau des Zylinderkopfes. Vielleicht lohnt sich das bei dem zu testenden Motor auch gar nicht mehr. Jedenfalls ist das Ergebnis eines Druckverlusttests klar und eindeutig. Er lässt Rückschlüsse auf den Reparaturpreis zu und mündet bisweilen in die Frage nach einem neuen Motor oder gar nach einem neuen Auto. Für den Kunden ist das Ergebnis eines Druckverlusttests jedenfalls sehr wichtig.
Funktion
Man würde niemals mit einem Druckverlusttest beginnen. Er wird erst dann durchgeführt, wenn andere Kompressionstests auf Unregelmäßigkeiten hinweisen. Durch die Öffnung der Zündkerze oder des Glühstifts bzw. der Düse wird vom rechten Anschluss des im Bild dargestellten Testers Druckluft in den Zylinder gepumpt. Dies setzt eine Druckluftversorgung am rechten Anschluss des oben gezeigten Testers voraus.
Bevor man Druckluft auf den Kolben eines bestimmten Zylinders gibt, muss man die Kurbelwelle in Zünd-OT-Stellung wirksam fixieren. Sonst dreht sie sich womöglich, das kann ein ganzes Fahrzeug in Bewegung setzen. Verletzungen sind dann nicht ausgeschlossen. Beim Benziner ist auch unbedingt die Zündung außer Betrieb zu setzen. Sonst springen an den Enden der Zündkabel Funken über, oder der Widerstand ist dort so hoch, dass die Zündspule ihren Geist aufgibt. Die Gefahr für den Menschen mit einer offenen Zündungsanlage ist noch wichtiger. Denken Sie auch an die mögliche Entzündung freiwerdender Kraftstoffdämpfe.
Der Tester selbst ist recht einfach aufgebaut. Er erlaubt Drücke zwischen 5 und 15 bar und reduziert diese auf 4 bar. So ist die Prozentskala nichts anderes als ein hochauflösendes Druckmanometer bis 4 bar. Statt z.B. 75% könnte man auch 3 bar in die Skala eintragen. Der Druckverlust soll jetzt 10% nicht überschreiten. Zusätzlich soll die Abweichung der einzelnen Zylinder nicht höher als 25% sein. Wichtiger für eine eventuelle Reparatur ist es, durch Hörproben die Ursache und damit die Kosten zu ermitteln.
Erkenntnisse
Defekt
1
Geräusche im Auspuff
Auslassventil(e)
2
Geräusche im Ansaugtrakt
Einlassventil(e)
3
Geräusche an der Kurbelgehäuseentlüftung oder am Ölmessstab
Kolbenringe, Zylinderlaufbahn verschlissen, Risse oder Loch im Kolben
4
Geräusche an der Kerzenöffnung Nachbarzylinder
Zylinderkopfdichtung
5
Blasenbildung Kühlsystem
Zylinderkopfdichtung, Riss im Zylinderkopf
Instandsetzung
Evtl. Kosten
1,2
Ventile erneuern, evtl. auch Ventilsitz und -führung. Einschleifen unumgänglich.